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Starke Grüne

Zitationsvergleich 2003 bis 2006: Entwicklungsbiologie
von Lara Winckler, Laborjournal 10/2009


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Foto: iStock/luismmolina



Knapp die Hälfte der Top 50-Entwicklungsbiologen sind Pflanzenforscher, darunter zwei starke Tübinger Gruppen.

Bei den deutschsprachigen Entwicklungsbiologen der Jahre 2003 bis 2006 geht der Trend zur Pflanzenforschung: fast die Hälfte der Top 50-Entwicklungsbiologen sind „Grüne“. Einen großen Teil macht das Team um Detlev Weigel (1.) aus, die ihre Zitierungen unter anderem Artikeln zur Kontrolle von Blatt- und Blütenentwicklung verdanken. Dazu gehören Nummer 2 und 3 der meistzitierten Artikel. Weigel hat sich international einen Namen gemacht durch seine Arbeiten zur Regulation des Blühzeitpunkts; durch Expression des Blüten-Identititätsgens LEAFY in Pappeln reduzierte er deren Blühzeitpunkt von acht Jahren auf wenige Monate.

Die zweite starke Pflanzentruppe, das Team Jiri Friml (2.), hat mehrere Top 10-Paper zum Pflanzenhormon Auxin platziert, das an Wachstum und Differenzierung der Pflanze beteiligt ist: Transport, Achsen- und Organformation, sowie – bei Pflanzen kein Problem, bei Menschen umso mehr – Organregeneration. Zusammen mit einer niederländischen Gruppe haben Friml und Michael Sauer (27.) kürzlich untersucht, was in den Wurzelzellen bei der Regeneration passiert: Das Auxin wird um die Verletzung angereichert, Transkriptionsfaktoren verwandeln bereits spezialisierte Zellen in embryonale Wurzelmeristemzellen zurück – Stammzellen, die sämtliche Wurzelzellen bilden können.


Nicht nur Pflanzen

In der Entwicklungsbiologie wird jedoch nicht nur an Pflanzen geforscht: Die Neurobiologin Magdalena Götz (17.) etwa, eine von sieben Frauen im Vergleich, hat die Entwicklung des Gehirns zum Thema. Sie entdeckte, dass aus ausdifferenzierten Zellen, den Gliazellen, Nervenzellen hervorgehen können – sie fungieren als Hirnstammzellen.

Andere, wie Stephen M. Cohen (5.), erforschen die „ganz normale“ Entwicklung, etwa von Beinen und Flügeln bei Drosophila, reguliert durch microRNAs. Cohen und seine Gruppe am EMBL Heidelberg landeten zum Thema microRNAs und Apoptose das Top-Paper dieser Analyse.

Das Team um Ahmed Mansouri (32.) hat zur Erforschung der Mechanismen der Säugetierentwicklung Knockouts von Transkriptionsfaktoren hergestellt, die für die Entwicklung wichtig sind – insbesondere Pax und Homöobox-enthaltende Gene scheinen demnach bei der Regulation der Organogenese und Zelldifferenzierung eine Rolle zu spielen.

Neben den beiden starken Tübinger Teams – 15 der Top 50 arbeiteten zumindest zeitweise zwischen 2003 und 2006 am MPI für Entwicklungsbiologie oder am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen – fallen auch die Heidelberger im Städteranking ins Gewicht: EMBL und DKFZ schicken zusammen acht Forscher ins Rennen. Trotz dieser starken Konkurrenz haben sich auch die universitären Institute gut platziert. Die Gruppe Friml vom Tübinger ZMBP ist die mitgliederstärkste.

Außerdem sind neun Schweizer unter den Top 50-Entwicklungsbiologen, von denen es zwei unter die Top 10 schafften: George Thomas (9.) vom Basler Friedrich Miescher Institut und Lars Hennig (10.) erforschen die Regulatoren von Wachstum und Differenzierung.


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Letzte Änderungen: 06.10.2009


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