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Verschleiß & Ersatz

Publikationsanalyse 2006-2009: Knochen-, Knorpel- und Bindegewebeforschung
von Lara Winckler, Laborjournal 11/2012


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Biomechaniker und Orthopäden bevölkern den Vergleich. Top-Themen sind Osteoporose und Gelenkersatz, Zürich, Berlin und Freiburg die Hotspots.

Die deutschsprachige Stützgewebeforschung hatte in den Jahren 2006 bis 2009 kein ausgewiesenes Lieblingsthema. Doch wie schon in den Jahren zuvor gehört Osteoporose zu den Rennern, Thema etwa von Dieter Felsenberg (8.), Leiter des Zentrums für Muskel- und Knochenforschung an der Berliner Charité. Betrachtet man sämtliche Artikel Felsenbergs, so ist er zudem laut ISI-Web of Science im deutschsprachigen Raum auf Platz 2 der Osteoporose-Forscher, weltweit immerhin noch auf Platz 25. Auch einem seiner Artikel aus den Jahren 2006-2009 zollte die Community wieder ein gerüttet Maß an Aufmerksamkeit und zitierte ihn so häufig, dass dieser es auf Platz 10 der bis heute meistzitierten Artikel zum Thema Knochen-, Knorpel- und Bindegewebeforschung aus dem deutschen Sprachraum brachte.

Ein weiteres heißes Thema war in den Jahren 2006 bis 2009 Arthritis – von Knien, Schultern und Hüfte, wie in der Forschung von Felix Eckstein (6.), Direktor des Instituts für Anatomie & Muskel-Skelett-Forschung an der Paracelsus Private Medical Uni (PMU) Salzburg und Gründer der Chondrometrics GmbH, Spin-off der LMU München in Ainring, und seinem Kollegen Martin Hudelmaier (37.). Oder ganz allgemein die Osteoarthrose, wie sie Thomas Aigner (10.), Professor für Onkologische Pathologie am Klinikum Coburg, erforscht.

Andere interessieren sich für die Knochen- und Skelettanatomie – etwa Stefan Mundlos (4.), MPI für Molekulare Genetik Berlin, und Klaus Klaushofer (34.), Osteologe am Hanuschspital Wien, sowie deren Entwicklung, Stoffwechsel und Veränderungen im Alter. Auch Frakturen, ebenso wie deren Heilung und die Regeneration von Knochen und Knorpeln sind Forschungsthema – u.a. von Christian Gerber (11.), Orthopäde an der Balgrist-Klinik Zürich, und dem Ulmer Unfallchirurgen Lutz Claes (12.). Und wie in fast jeder Disziplin finden sich mit dem Wiener Osteologen Paul Roschger (20.) auch Krebsforscher unter den Top 50.

Weg frei für die Cyborgs

Immer mehr Platz nehmen die Biomechaniker und Biomaterialforscher unter den Knochen- und Knorpelforschern ein. Allein drei von ihnen sind unter den ersten zehn der Top 50, gemessen an Artikeln aus den Jahren 2006-2009. Allen voran Ralph Müller (2.), Professor für Orthopädietechnik an der ETH Zürich, und Peter Fratzl (3.), Biomaterials Research, MPI Kolloid- & Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm. Ihre Themen: Ersatz für Knochen und Gelenke – etwa abbaubaren auf Magnesiumbasis, wie sie Frank Witte (22.) et al. im bis heute am dritthäufigsten zitierten Artikel beschreiben –, Chondrocytenimplantate, wie sie Michael Bohnsack (48.), Orthopädische Chirurgie an der MH Hannover, entwickelt, oder per Chondrogenese aus mesenchymalen Stammzellen, eines der Projekte von Wiltrud Richter (23.), Forschungszentrum für Experimentelle Orthopädie, Uniklinik Heidelberg, und ihrem Team. Auch an künstlichen Bandscheiben arbeiten die Top 50, wie Antonius Rohlmann (39.), Charité Berlin.

Bei all den Gelenkforschern haben wir die Rheumatologen ausgegrenzt, die den Rahmen sprengen würden und daher in einer eigenen Publikationsanalyse betrachtet werden (zuletzt in Laborjournal 6/2011).

Während die Knochen- und Knorpelspezialisten relativ leicht zu erkennen und abzugrenzen sind, sorgte die dritte Kategorie dieser Publikationsanalyse, die Erforschung von Bindegewebe, für einige Sorgenfalten. Laut Lexikon gehöre dazu im engeren Sinne lockeres, straffes, retikuläres, gallertiges und spinozelluläres Bindegewebe, und im weiteren Sinne auch Knorpel- und Knochengewebe als Stützgewebe, denn all diese gehen aus dem embryonalen Mesenchym hervor. Gemäß dieser Definition wird auch Fettgewebe als Sonderform des Bindegewebes betrachtet, ebenso wie Blut und die verschiedenen Typen von Muskelgewebe.

Ein weites Feld, das unter anderem von der Nummer 1 in diesem Vergleich, Reinhard Fässler, Leiter der Molekularen Medizin am MPI für Biochemie Martinsried, der die Rolle von Integrinen erforscht, beackert wird.


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Letzte Änderungen: 07.12.2012


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